Über Spinnenphobie

Vielen Menschen wird allein bei dem Wort Spinne oder beim Betrachten eines Fotos schon bange. Die tatsächliche Konfrontation mit einem dieser pelzigen, vielbeinigen, flinken Krabbeltiere ist dann oft unvorstellbar. Sie leiden unter einer Spinnenphobie, der sogenannten Arachnophobie, der am weitesten verbreiteten „spezifischen Phobie“. Die Reaktionen sind oft sehr intensiv, von dem Betroffenen selbst nicht rational erklärbar und für nicht-Betroffene oft nicht wirklich nachvollziehbar. Trotzdem muss die Spinnenphobie ernst genommen werden und dass die Betroffenen ihre Angst nicht etwa übertreiben zeigt eine interessante Studie der Universität Mannheim.

Doch woher kommt die Angst vor diesen in Deutschland harmlosen und für den Menschen gar sehr nützlichen Tieren?

Spinnenphobie Ursachen

Ganz abwegig ist Spinnenphobie keinesfalls. Zunächst einmal hat Angst evolutionsgeschichtlich eine wichtige Funktion als ein die Sinne schärfender Schutzmechanismus, der in tatsächlichen oder auch nur vermeintlichen Gefahrensituationen ein angemessenes Verhalten (etwa Flucht) einleitet. Biologisch sind wir mit einer Reihe von sogenannten Urängsten ausgestattet, die für unser Überleben in der Wildnis wichtig waren. Dazu gehörte auch die Angst vor Spinnen, die früher einmal gefährlich sein oder Krankheiten übertragen konnten. Auf die Angst vor bestimmten Dingen wie Spinnen, Höhen, Schlangen etc. sind wir also gewissermaßen biologisch vorbereitet.

Bei Menschen mit Phobien scheint die biologische Alarmanlage sehr empfindlich eingestellt zu sein. Dies kann genetische Ursachen haben und mit sozialen Lernprozessen zusammenhängen. Dazu zählen zum Beispiel eigene oder berichtete negative Erfahrungen mit Spinnen. Zum anderen scheinen die Eltern als Vorbild eine wichtige Rolle bei der Bildung von Ängsten zu spielen. Wenn sie auf den Anblick von Spinnen panikartig reagieren, dann bringen sie dem Kind ungewollt bei, sich ebenfalls zu fürchten. Psychologen nennen diesen Prozess Modelllernen.

Kurz gefasst: wir Menschen haben eine biologische Vorbereitung (Disposition) auf die Angst vor Spinnen. Bei manchen Menschen ist diese Disposition genetisch bedingt besonders stark ausgeprägt. Verschiedene Faktoren begünstigen dann im Laufe des Lebens (meist im Laufe der Kindheit) die Entstehung einer Phobie:

  • eigene schlechte Erfahrungen (als Kind beim Spielen von einer Spinne erschrocken worden)
  • Modelllernen (ein Familienmitglied zeigt Angst vor Spinnen)
  • soziales Lernen in durch Medien (z.B. furchterregende Spinnen in Kinderbüchern)

Ab wann hat man eine Spinnenphobie?

Spinnenphobie
Vielen Menschen wird bei dem Betrachten größerer Spinnenexemplare mulmig. Als richtig angenehme Zeitgenossen würden diese Tierchen wohl von wenigen Menschen beschrieben. Es stellt sich die Frage: wann spricht man eigentlich von einer Spinnenphobie, wann kann diese Diagnose gestellt werden? Laut der Internationalen Klassifikation der Krankheiten (International Classification of Diseases – ICD-10) muss der Betroffene in der Vergangenheit mindestens 1 Mal starke Angst in der spezifischen Situation (z.B. Nähe zu einer Spinne) empfunden haben. Die Angst muss von körperlichen Symptomen, wie beispielsweise Herzrasen, Schweißausbrüchen und Atembeschwerden, begleitet sein. Die Betroffenen zeigen eine starke Furcht bei der Vorstellung dieser Situationen (bereits die Vorstellung einer Spinne zu nah zu kommen löst Angst aus) und / oder zeigen eine deutliche Vermeidung dieser Situationen (z.B. vermeiden, den Keller zu betreten). Und schließlich ein wichtiges Kriterium: die Betroffenen erleben eine emotionale Belastung. Das bedeutet, die Betroffenen leiden unter ihrer Spinnenphobie und würden gerne ein Leben ohne diese Angst führen.

Ob Sie gerne im Alltag weniger eingeschränkt sein möchten (z.B. unbekannte Räume ohne Angst betreten können) oder sich für die nächste Reise in die Tropen wappnen möchten: unsere Seminare richten sich an alle Betroffenen, ob mit leichter oder starker Spinnenphobie.