Spinnenphobie Therapie

Vielen Menschen wird allein bei dem Wort Spinne oder beim Betrachten eines Fotos schon bange. Die tatsächliche Konfrontation mit einem dieser pelzigen, vielbeinigen, flinken Krabbeltiere ist dann oft unvorstellbar. Sie leiden unter einer Spinnenphobie, der sogenannten Arachnophobie. Woher die Spinnenphobie kommt erklären wir unter Über Spinnenphobie.

Menschen, die unter einer Spinnenphobie leiden, haben oft einen hohen Leidensdruck und zeigen ein ausgeprägtes Vermeidungsverhalten. Sämtliche Situationen und Orte werden gemieden, an denen eine Spinne auch nur vermutet wird. Dies kann zu teilweise erheblichen Einschränkungen in der Lebensführung und einer Verfestigung der Angst führen. Allerdings ist eine Spinnenphobie sehr gut zu therapieren. Zwei Verfahren haben sich in der Spinnenphobie Therapie bewährt: Die Konfrontationstherapie und die Hypnosetherapie.

Spinnenphobie Therapie mittels Konfrontationstherapie

Die Konfrontationstherapie (das hört sich für Sie vielleicht schlimmer an, als es tatsächlich ist) wird zu der Verhaltenstherapie gezählt. Sie ist laut der Leitlinie der Deutsche Gesellschaft für Psychosomatische Medizin und Ärztliche Psychotherapie (DGPM) die bewährteste Methode. In unseren Seminaren verwenden wir dieses Verfahren. Spinnenphobie Therapie Es ist von dem Wissenschaftlichen Beirat Psychotherapie als Methode zur Therapie von Phobien anerkannt. Die theoretische Grundlage dieser Therapie ist die Lerntheorie. Die zentrale Annahme ist, dass eine Phobie eine erlernte Reaktion ist, die sich durch Vermeidung verfestigt.

Am Beispiel der Spinnenphobie: Wenn eine Person mit Spinnenphobie eine Spinne erblickt, entsteht Angst. Die Angst ist natürlich unangenehm und die Person flüchtet aus der Situation. Sie zeigt „Vermeidung“. Nach der Flucht ist die Person entspannter. Der Flucht folgt also ein angenehmes Gefühl. Das Verhalten (Flucht) wird also belohnt (Entspannung). Unser Organismus ist natürlich so programmiert, dass wir Verhalten mit angenehmen Folgen wieder und wieder zeigen. Je häufiger wir ein Verhalten zeigen, desto tiefer ist es in uns verankert.

Wirkprinzip der Konfrontationstherapie

Wie Sie sich jetzt wohl vorstellen könnt ist die Lösung des Problems: keine Vermeidung zeigen. Das ist das Prinzip der Konfrontationstherapie. Die Betroffenen werden mit dem angstauslösendem Reiz konfrontiert und dazu angehalten keine Vermeidung zu zeigen, also nicht aus der Situation zu flüchten. Und das ist viel weniger schlimm als man denkt. Was nämlich kaum ein Phobiker weiß: unsere Angst hat keine große Ausdauer. Unser Körper ist so programmiert, dass die Angst immer von allein nachlässt. Meist innerhalb von Minuten. Man könnte sagen: eigentlich muss man nur warten. Natürlich gehört trotzdem einiges an Mut dazu den ersten Schritt zu gehen. Und damit der erste Schritt leichter fällt, wird die Spinnenphobie Therapie von fast allen Therapeuten schrittweise vorgenommen. Das bedeutet, man fängt mit etwas eher Harmlosen an, z.B. einer Kuscheltierspinne. Man arbeitet sich dann langsam an Schwierigeres heran. Auf diese Weise lernt man „auf schonende Weise“ zwei Dinge. 1) die Angst wird niemals so stark wie Betroffene mit Spinnenphobie erwarten. 2) die Angst verschwindet ganz von allein, wenn man es nur schafft nicht aus der Situation zu fliehen.

Bei einer spezifischen Phobie, wie der vor einer Spinne, reichen in der Regel wenige Stunden aus um seine Angst erfolgreich zu bewältigen. Wer Interesse hat noch ein wenig mehr über diese Form der Therapie zu lesen, dem empfehlen wir diesen sehr differenzierten Artikel.

Konfrontationstherapie Spezialfall: in virtueller Realität

Eine besondere Form der Konfrontationstherapie ist die Konfrontation in einer „virtuellen Realität“. Hier werden angstbehaftete Situationen nicht in der wirklichen Welt, sondern einer computergenerierten virtuellen Realität bewältigt. Typischerweise tragen die Patienten hier eine sogenannte „VR-Brille“. Durch diese kann eine dreidimensionale Szene betrachtet werden. Beispielsweise eine Spinne. Auch hier basiert der Therapieerfolg auf der Überwindung der empfundenen Angst. Jeder von einer Spinnenphobie Betroffene weiß, dass die Spinne nicht unbedingt real sein muss, um Angst auszulösen. Häufig reichen schon Bilder einer Spinne.

Diese Form der Therapie wurde im Rahmen von Forschungsprojekten bereits gut erprobt. Sie hat bei den Teilnehmenden durchaus positive Ergebnisse gezeigt. In der oben genannten Leitlinie wurde mittels eines Vergleichs mehrerer Studien allerdings festgestellt, dass der Therapieerfolg bei einer Konfrontation in der realen Welt besser ausfällt als bei einer Konfrontation in der virtuellen Realität. Diese Form der Therapie wird in Deutschland zum Beispiel an der Universität Würzburg angeboten.

Spinnenphobie Therapie mittels Hypnose

In der Hypnosetherapie oder Hypnotherapie von Phobien werden tief entspannte Wachzustände (Trancezustände) für die therapeutische Arbeit genutzt. Die Grundannahme der Methoden ist, dass Phobien im Unterbewusstsein sitzen. Dieses kann durch Hypnose mittels therapeutischer Beeinflussung („Suggestionen“) angesprochen werden. Der Patient, bzw. sein Unterbewusstsein, lernt Spinnen anders zu bewerten, so dass sie keine Angst mehr auslösen.

Obwohl einige Studien die Wirksamkeit der Hypnotherapie für die Behandlung von Phobien aufzeigen, ist sie von dem wissenschaftlichen Beirat Psychotherapie nicht für diesen Zweck anerkannt.

Die Hypnosetherapie wird eher uneinheitlich praktiziert. Auch bei der Spinnenphobie Therapie mittels Hypnose können unterschiedliche Methoden eingesetzt werden. Einen kurzen Überblick gibt Dipl. Psych. Eberwein in diesem Artikel.